Mittwoch, 10. Juni 2009

Gedanken

Verzweiflung
Leere
Kraftlosigkeit
Wut
Resignation

Diese Worte beschreiben meine momentane Stimmung. Nach der gestrigen Hiobsbotschaft mit der Nachzahlung bricht wieder mal die Welt für mich zusammen. Gedanken kreisen, unaufhörlich.

Warum? Warum geht es nicht, dass ich mich immer wohl fühle, warum kommt danach immer wieder der Sturz in den tiefen, dunklen Graben. Und kaum hab ich mich wieder hochgekämpft und berühre mit den Fingerspitzen den Rand, steigt mir jemand auf die Finger und ich rutsche wieder ab. Lasst mich irgendwo verkriechen, Decke über den Kopf und nichts mehr hören oder sehen. Aber das geht nicht, man muss ja funktionieren...in der Arbeit, in der Gesellschaft, in der Familie. Immer funktionieren. Immer höher, schneller, weiter. Alle wollen immer mehr und mehr und mehr. Und wo bleibt die Menschlichkeit? Man kann im Bus sitzen und weinen, es interessiert niemanden. Keiner schaut mehr auf den anderen. Man fühlt sich unter Millionen Menschen einsam. Das ist nicht meine Welt, nicht mein Leben. Ich habe keine Kraft mehr, mich ständig wieder aufzurappeln nach einem Rückschlag. Woher soll ich diese Kraft auch nehmen. Meine Familie, meine Berge, mein Dialekt, meine Heimat. Sie sind nicht da, um mir Kraft zu geben. Ich werde ausgesaugt. Meine Batterien sind leer.
Jeden Tag hört man von Insolvenz, Pleite, Wirtschaftskrise...mich betrifft es auch. Ich bin mittendrin. Wie geht es mit der Firma weiter, behalte ich meinen Job? Wie geht es weiter wenn nicht? Es geht so vielen Menschen so. Täglich hört man, dass große Konzerne Milliarden vom Staat wollen. Wann kümmert sich der Staat endlich mal um die Kleinen, um das Volk? Nie, wir werden nur gemolken wie eine Kuh, bis zum letzten Tropfen und noch weiter. Mit uns kann man es ja machen!


Kommentare:

  1. Das tut mir sehr leid zu lesen...
    Ich wünsch' Dir ganz viel Kraft in dieser schweren Zeit.

    Lieben Gruss Dir Nina
    Jrene

    ps.das neue Design gefällt mir richtig gut!

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  2. liebe nina

    gerade in solchen zeiten wo du mit viel schwierigen situationen konfrontiert wirst ist es ganz wichtig, selber in seiner spur zu bleiben um nicht mit ab zusacken. das dies nicht immer geht, spüre ich selber oft sehr gut.
    ich gehöre zu den menschen, die nicht wegschauen können, wenn im bus jemand weint.

    tu was für dich liebe nina, dass dir freude bereitet. tu dir etwas gutes und sei gut zu dir!

    ich bin gern auch per mail für dich da, wenn du dich gern mal auskotzen möchtest.

    alles liebe von babsi
    ps: das design ist nun schön weiß :))))

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  3. Liebe Nina,

    das tut mir sehr leid, du, ich verstehe dich da total, ging es mir doch selber die ersten Monate des Jahres mehr als schlecht, Verlust eines Babys, Trennung, etc... dazu die immer wiederkehrenden Gedanken.. ein ewiger Kreislauf.

    Viel kann ich dir leider nicht raten, außer, dass du versuchst, für dich gutes zu tun, das kann sovieles sein, ein Buch, spazieren, reden...ich denke, du wirst deinen Weg dafür finden.

    Wünsche dir ganz viel Kraft dafür und sei einfach mal lieb umarmt, wenn du das möchtest. :-)

    Alles Liebe,
    von Herzen grüßt dich
    die Wanderin

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